Günstig gekauft, teuer in Betrieb genommen? Die Geschichte hinter Anlagen, die geliefert wurden aber noch nicht produzieren
In den vergangenen Jahren wurden Produktionsanlagen zunehmend bei asiatischen Herstellern beschafft. Attraktive Anschaffungskosten und kurze Lieferzeiten gaben dabei häufig den Ausschlag für die Investitionsentscheidung. Nachdem nun eine Vielzahl an solchen Maschinen die Produktionshallen erreicht hat, wird sichtbar, dass im Praxisbetrieb die erfolgreiche Inbetriebnahme und Erreichung der geforderten Produktionsleistung deutlich anspruchsvoller sein kann als erwartet.
Mittlerweile häufen sich bei der Schnaithmann Maschinenbau GmbH in Remshalden die Anfragen von Unternehmen, die ihre Anlagen im asiatischen Raum beschafft haben und nun Unterstützung bei Inbetriebnahmen, Optimierungen oder Produktionsanläufen benötigen. Obwohl die Anlagen mechanisch und elektrisch grundsätzlich fertiggestellt sind, werden die erforderliche Verfügbarkeit, Taktzeit oder Produktionsqualität im laufenden Betrieb häufig nicht erreicht. Hinzu kommen eklatante Sicherheitsmängel, die trotz bereits ausgestelltem CE-Zertifikat durch Dritte Parteien eine Gefahr für Betreiber und Mitarbeiter darstellen.
Das Schema scheint von außen betrachtet oft dasselbe zu sein: Die Anlagen werden mit einer hohen Geschwindigkeit zu günstigen Preisen gebaut, gleichzeitig wird der Kern des Maschinenbaus, das Verständnis für Prozess und Produkt inklusive deren Wechselbeziehungen sowie der Schutz der Mitarbeitenden außer Acht gelassen. Zusätzliche Herausforderungen entstehen im Projektverlauf oft durch sprachliche Barrieren, Zeitverschiebungen sowie Visa- und Einreisebestimmungen. Dies erschwert nicht selten die Umsetzung vor Ort.
Weiter ist zu beobachten, dass häufig große Teams der asiatischen Hersteller erforderlich sind, um Optimierungs- und Inbetriebnahmeaufgaben umzusetzen. In einzelnen Projekten waren mehr als 20 Mitarbeiter im Einsatz, um Arbeiten durchzuführen, die erfahrene europäische Maschinenbauer üblicherweise mit deutlich kleineren Teams realisieren.
Genau hier setzt Schnaithmann an: Der Automatisierungsspezialist unterstützt Betreiber dabei, bestehende Anlagen unabhängig vom ursprünglichen Hersteller erfolgreich in die Produktion zu überführen. Schnaithmanns Experten analysieren technische und prozessuale Schwachstellen, begleiten die Inbetriebnahme vor Ort und entwickeln gemeinsam mit dem Kunden Lösungen zur Verbesserung von Qualität, Verfügbarkeit und Produktivität.
„Alle Unternehmen im deutschen und europäischen Umfeld stehen unter hohem Druck, die geplanten Produktionsziele schnell zu erreichen. Wenn eine Anlage die erwartete Leistung nicht bringt, zählt vor allem eine schnelle und kompetente Unterstützung vor Ort“, erklärt Niklas Reitinger, Leiter Projektmanagement und Service bei Schnaithmann. „Unsere Aufgabe besteht darin, bestehende Anlagen produktionsfähig zu machen und die Investition unserer Kunden abzusichern.“
Die Unterstützung reicht von der Fehleranalyse über Optimierungen an Mechanik, Elektrik und Software bis hin zur Stabilisierung kompletter Produktionsprozesse. Dabei profitiert Schnaithmann von jahrzehntelanger Erfahrung im Sondermaschinenbau und in der Automatisierungstechnik.
„China kann zwar häufig schnell und günstig liefern. Wir bringen dafür die Erfahrung aus Jahrzehnten im Maschinenbau und der Produktionsautomatisierung mit“, sagt Reitinger. „Unser Ziel ist nicht, bestehende Anlagen zu ersetzen, sondern unseren Kunden zu helfen, ihre Investition erfolgreich zum Laufen zu bringen. Wenn eine Anlage nicht die gewünschte Leistung erreicht, sorgen wir dafür, dass aus einer gelieferten Maschine eine produktive Anlage wird.“
Denn unabhängig vom Hersteller gelten am Ende nur zwei Fragen: Produziert die Anlage zuverlässig die geforderte Qualität beziehungsweise Quantität, und wie wirkt sich eine nicht funktionierende Anlage auf den eigenen Produktionsstandort aus?
Autorin:
Julia Treitler, Technischer Vertrieb, Schnaithmann Maschinenbau GmbH
Mehr über Schnaithmann:
Die Schnaithmann Maschinenbau GmbH stellt in Remshalden bei Stuttgart Transfer- und Montageanlagen für Automations-, Montage-, Materialfluss- und Handhabungsaufgaben her. Für Low-Automation- und Arbeitsplatzlösungen kommen eigene flexible Profilsysteme zum Einsatz. Für Materialfluss und Produktion bietet Schnaithmann modulare Transfersysteme, die von der Montage im Sauberraum bis zur spanenden Bearbeitung vielfältige Anwendungsbereiche abdecken. Im Bereich Montageautomation bietet Schnaithmann vom Engineering der Mechanik und Hard- und Software über die Montage, Programmierung und Inbetriebnahme bis hin zum passenden Projektmanagement und After-Sale-Service umfassende Lösungen. Zu den belieferten Branchen gehören u.a. die Automobilproduktion und deren Zulieferer, Elektromobilität, Sicherheitsassistenzsysteme, Werkzeugmaschinen, Elektronik, Konsum- und Industriegüter. Das 1985 gegründete Familienunternehmen beschäftigt rund 190 Mitarbeitende und beliefert mit einer Exportquote von 60 Prozent Kunden in aller Welt.
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